Anzugsvorteil
Rezension von
Dr. Werner Schweizer
Rochade Europa , 12/2010 , S.71
Reinhold Ripperger ist ein
erfahrener Schachtrainer und auch schon als Eröffnung-Autor mit Büchern
zum Zweispringerspiel, zu Sizilianisch und zum Milner-Barry-Gambit
hervorgetreten. In seinem neuen Werk stellt er ein Repertoire für den
Weißspieler nach 1. e4 vor, wobei er die sieben gängigsten Eröffnungen
abdeckt. Die hauptsächlichen Ideen erläutert er anhand von 200
Beispielpartien, gespielt von Amateuren bis hin zu Groß- und
Weltmeistern, welche allesamt (!) von Weiß gewonnen wurden.
Und so sehen seine Vorschläge aus:
1)
Sizilianisch: Hier empfiehlt der Autor den Grand-Prix-Angriff in der
Form 1. e4 c5 2. Sc3 d6 3. f4 Sc6 4. Sf3 e6 5.
Lc4 oder aber mit 1.
e4 c5 2. Sc3 d6 3. f4 g6 4. Sf3 Lg7 5. Lb5,
wobei er zunächst die seltener gespielten Fortsetzungen [...] unter die
Lupe nimmt. Ferner kommen die Drachenaufstellung [...] zur Sprache,
sowie die Offene Variante [...] und die Zentrumsvariante mit schwarzen
Bauern auf e6 und d6 oder dem schwarzen Vorstoß ... d5 (mit 59
Beispielpartien; S. 4-84).
2) Caro-Kann: Favorit ist die sog.
Abtauschvariante 1. e4 c6 2. d4 d5 3. e:d5 c:d5 4.
Ld3 Sc6 5. c3 Sf6 6. Lf4 mit der Folge 6 ... g6, 6 ... e6
oder 6 ... Lg4 7. Db3 Dc8/ ... Dd7 (mit 26 Partien; S. 85-118).
3)
Skandinavisch: Nach 1. e4 d5 2. e:d5 kann Schwarz entweder 2 ...
Se6 spielen, worauf Lb5+ folgt, oder aber 2 ... D:d5 3. Sc3 Dd6
4. Lc4 a6 5. Lb3 bzw. 3 ... Da5 4. d4 Sf6 5.
Lc4 e6 6. Ld2 Lf5 7. De2 e6 8. d5! (mit 30 Partien;
S. 119-153).
4) Pirc: Der Angriffsspieler soll hier den
Österreichischen Angriff 1. e4 d6 2. d4 Sf6 3. Sc3 g6
4. f4 wählen und weiter 4 ... Lg7 5. Sf3 0-0/ ... c5 (mit
17 Partien; S. 154-172).
5) Französisch: Natürlich (siehe oben!)
fungiert hier das Milner-Barry-Gambit als Favorit 1. e4 e6 2. d4
d5 3. e5 c5 4. c3 Sc6 5. Sf3 Db6 6. Ld3 c:d4
7. c:d4 Ld7 (oder bereits 6 ... Ld7 7. d:c5 L:c5 8.
0-0) 8. 0-0 S:d4 9. Sb:d2 (Nun-Variante) [...] (mit 25 Partien;
S. 173-215).
6) Aljechin-Verteidigung, Moderne Variante: 1. e4 Sf6
2. e5 Sd5 3. d4 d6 4. Sf3 e6/ ... c6/ ... d:e5
5. S:e5 Sd7 6. S:f7!/ 4 ... Sc6/ 4 ... g6 (mit 21
Hauptpartien + 6 weiteren vollständigen Partien im Verlauf des Textes;
S. 216-244).
7) Paulsen-Eröffnung (vordem Mittelgambit): 1. e4 e5
2. d4 e:d4 3. Dd4 Sc6 4. De3 und weiter 4 ... b6/ ...
d6/ ... Lg7 oder häufiger 4 ... Lb4+ 5. Ld2 bzw. 4 ... Sf6
5. e5 Sd5/ ... Sg4 mit scharfem Kampf (mit 22 + 9 Partien; S.
245-279).
Rippergers 1. e4-Repertoire eignet sich bestens für
den angriff- und risikofreudigen Spieler, welcher nur begrenzte Zeit
auf das Eröffnungsstudium verwenden kann.
Hier finden Sie
eine Leseprobe im PDF-Format.
PDF Datei - 82 kb
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