Der jüngste
Saarlandmeister aller Zeiten
ChessCoach spricht mit Ronny Müller
Ronny Müller
wurde am 28. März 1991 in Swerdlowsk geboren und kam im
darauf folgenden Jahr mit seinen Eltern nach Deutschland. Im Hause
Müller wird überwiegend deutsch gesprochen. Dennoch kann er gut
russisch,
allerdings mit einem deutlichen Akzent. Ronny besucht derzeit
das Ludwigsgymnasium in Saarbrücken.
Schon
früh galt er als das größte Talent im saarländischen Schach. Angefangen
hat alles mit 5 Jahren, als sein Großvater ihm die Regeln beibrachte.
Nachdem er in unregelmäßigen Abständen immer wieder mit seinem Vater
und Großvater gespielt hatte, fragte sein Vater, ob es ihm Spaß machen
würde sich einmal den Schachclub anzuschauen. Im Spiellokal der SVG
Saarbrücken traf er dann 1996 auf seinen ersten Trainer Dirk Baldes.
Von da an ging es kontinuierlich nach oben. Bereits im Jahre 1999 wurde
er zum ersten Mal Saarländischer Jugendmeister der Altersklasse U10.
Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2001 belegte er den zweiten
Platz. Diesen Erfolg konnte er zwei Jahre später in der U12
wiederholen. Die Krönung seiner bisherigen Laufbahn ist der Gewinn der
Saarlandmeisterschaft 2008.
Zeit
für ein weiteres regelmäßiges Hobby bleibt ihm nicht. "Gelegentlich
spiele ich Tischtennis und schwimme gerne", sagt der heute 17jährige.
Er hört gerne Heavy Metal und Rockmusik. Auf die Frage nach einem
Lieblingsbuch antwortet Ronny: "Ich lese privat sehr selten. Für die
Schule muss ich viel lesen und da hat mich Faust am meisten
beeindruckt."
Auch weitere Fragen zum Thema Schach beantwortete Ronny
gerne:
ChessCoach: "Was entgegnest du auf das
Vorurteil ‚Schach ist langweilig?"
Ronny: "Wer das sagt hat es noch nie ausprobiert."
ChessCoach: "Wie trainierst du?"
Ronny:
"Ich analysiere meine Partien
und schaue mir Eröffnungsvarianten an.
Dabei kommt der PC häufiger zum Einsatz als Bücher. Ein bis zweimal pro
Woche arbeite ich mit meinem Trainer Gennadi Nesis."
ChessCoach: "Was kannst du jungen
Spielern raten?"
Ronny: "Kontinuierlich trainieren und vor allem
den Spaß an dem Spiel nicht verlieren."
ChessCoach: "Hast du ein Vorbild unter
den großen Schachspielern?"
Ronny: "Topalov, weil er die Partien interessant
gestaltet. Er spielt unübliche Eröffnungen und geht neue Wege."
ChessCoach: "Wie würdest du deinen
Spielstil beschreiben?"
Ronny:
"Ich versuche immer aktiv zu
spielen. Ich bevorzuge Mittelspiele mit
vielen Figuren auf dem Brett. Dabei bin ich auch mal zu einem
Bauernopfer für die Erlangung der Initiative bereit. Figurenopfer
kommen bei mir eher selten vor. Jedenfalls liegt mir das Mittelspiel
mehr als langwierige Endspiele."
Partie von Ronny Müller
(SEM 2008)
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