

Die erste Runde der Oberligasaison 2009/10 brachte mit dem Aufeinandertreffen des SC Caissa Schwarzenbach und des Aufsteigers SF Wadgassen/Differten das erste von vielen Saarland-Derbys. Leider konnte unser Gast nur 7 Spieler aufbieten, so dass ich am 8. Brett kampflos gewann. Selbst wenn der zeitgleich stattfindende Spieltag in Frankreich den Einsatz der starken französischen Spieler aus Wadgassen verhinderte ist es meiner Meinung nach kein gutes Zeichen, wenn schon am ersten Spieltag keine komplette Mannschaft gestellt werden kann.
Das Match lief – wenig überraschend – einseitig. Das 2:0 besorgte Alexander Gress, der eine messerscharfe Sizilianisch-Stellung besser behandelte als sein Gegner Hans Fleckner. Es folgte ein Remis an Brett 5, wo Jörg Becker mit der unorthodoxen Eröffnungsbehandlung seines Gegners Jean-Claude Thiel nicht zu Recht kam und, nachdem er einen falschen Plan gewählt hatte, eher schlechter stand. Zu unseren Gunsten lief aber die Partie am Spitzenbrett.
Hendrik Tabatts lakonischer Kommentar nach der Partie: „Du bist mir in eine Variante gelaufen.“, und Hans-Georg Müllers ebenso knappe Antwort: „Hab ich mir gedacht. Aber ich wollts mir zeigen lassen.“ sagen alles über die Partie.
Ein weiteres Remis an Brett 2. Hannes Callam stand – auch nach seiner eigenen Einschätzung – gegen den starken Jugendspieler Denis Müller besser, entschied sich aber, stark erkältungsgebeutelt, ein Remisangebot zu akzeptieren. Den Siegpunkt verbuchte Dr. Jan Bürmann in einem Turmendspiel gegen Jörg Kessler. Kurios verliefen die beiden letzten Partien. Unser Neuzugang Dr. Matthias Bureik hatte nach aggressiver gegnerischer Eröffnung früh zwei Mehrbauern kassiert und – so beurteilten wir alle die Stellung – die Angriffsbemühungen seines Gegners Jürgen Raphael erfolgreich abgewehrt. Bei knapper Zeit entschied sich Matthias dann, taktisch vielleicht etwas ungeschickte, für einen Plan, der viel Aufmerksamkeit in der Verteidigung erforderte. Hier unterlief ihm der entscheidende Fehler, der die Partie noch zum Kippen brachte und Wadgassen den einzigen Sieg bescherte. Auf der anderen Seiten etwas Glück in der Partie Gerhard Scheuermann-Thomas Schütz, die beide Spieler, ihrem Stil gemäß, aggressiv angingen, doch nachdem beide Könige im Mittelspiel mehr oder weniger schauerlich gestanden hatten, verflachte die Stellung zu einem Endspiel, das trotz des Mehrbauern von Gerhard wohl Remis zu halten war. Letztlich gelang Thomas aber die erfolgreiche Verteidigung nicht. Endstand damit 6:2, „auch in der Höhe verdient“, wie man im Sportjargon so gern sagt. Mit Turm Illingen wird am 2. Spieltag ein wesentlich härterer Brocken auf uns zukommen, für Wadgassen steht das Duell gegen den vermeintlichen Meisterschaftsfavoriten Koblenz auf dem Programm.
Einige
Eindrücke per Video:
Geschehen an den vorderen Brettern (5,5 MB)
Geschehen an den hinteren Brettern (3,4 MB)
Analyse der Partie Fleckner - Gress (6,4 MB)
Illingen schlägt Schwarzenbach nach engem Kampf
Dass es eng werden würde, war von vorneherein klar. Bei uns fehlten IM Gabriel Mateuta und Gerhard Scheuermann, so dass ich wieder ans 8. Brett rückte. Illingen konnte – im Gegensatz zum Auftaktmatch gegen Mutterstadt – in Bestbesetzung an die Bretter gehen.
Brett 1 Ardeleanu - Becking
Brett 2 Mayer - Tabatt
Brett 3 Callam - Klein
Nach einem schnellen Remis an Brett 3 – Hannes Callam gegen Joachim Klein – entwickelte sich ein zähes Ringen, das aber nach 3 Stunden, als ich mir zum ersten Mal einen Überblick verschaffte, bereits günstiger für Illingen aussah. Zwei besseren Positionen aus unserer Sicht (IM Ardeleanu-FM Becking und Becker-Helmut Biegler) standen drei kritische Stellungen gegenüber (Mayer-Tabatt, M. Biegler-Bürmann und Gress-Rückert), die restlichen beiden Partien (Schuh-Bureik und Siebert-Ziegler) bewertete ich als unklar. Auch wenn die Partie von Alexander Gress zu unseren Gunsten kippte (O-Ton Alex: „Die hab ich nicht gewonnen, die hat er verloren“) stehen am Ende nicht unverdient 2 Mannschaftspunkte für Illingen, da die beiden unklaren Partien an die Gastgeber gingen. In einer messerscharfen Stellung mit heterogenen Rochaden erwies sich der Angriff von Matthias Bureik als zu langsam, dennoch war mindestens ein 4:4 im Bereich des Möglichen – wenn ich meine eigene Partie zumindest nicht verloren hätte. Nachdem Viktor Siebert ein spekulatives Figurenopfer gebracht hatte, entwickelte sich die Partie in hochgradiger beiderseitiger Zeitnot (jeweils unter 5 Minuten für die letzten 14 Züge) zur reinen Lotterie. Hier von verdient oder unverdient zu sprechen verbietet sich (Rybka erklärt uns beide für komplette Idioten), jedenfalls blieb Viktor nach den unvermeidbaren groben Patzern auf beiden Seiten letztlich erfolgreich.
Nach der 3,5:4,5-Niederlage steht uns ein harter Kampf um den Klassenerhalt bevor. Das nächste Saarderby findet bereits am 29.11. gegen Saarbrücker Gambit statt.
Not gegen Elend - und am Ende 4:4
Das dritte Saarderby nacheinander für Caissa Schwarzenbach – und nach dem Sieg gegen Wadgassen-Differten und der Niederlage gegen Illingen steht am Ende gegen Gambit Saarbrücken „folgerichtig“ ein Unentschieden. Hätte uns jemand vor dem Match dieses Ergebnis angeboten, hätten wir sofort angenommen, aber nach dem Spielverlauf war sogar noch mehr drin.
Der Reihe nach. Die etwas beengten Platzverhältnisse in „Pino’s Bar und Bistro“ (vergleiche den Bericht und die Bilder vom Wadgassen-Spiel) zwingen uns zu einem Umzug. Im Pfarrheim St. Josef in Homburg-Jägersburg müssen wir zwar zunächst die „Überreste“ eines Kindergottesdienstes in Form eines Sitzkreises und etlicher Kerzen beiseite räumen, doch danach bietet der großzügige Raum beste Spielbedingungen. Noch einmal herzlich danken möchte ich dem Vorsitzenden der Schachfreunde aus Jägersburg, Günther Wentz, der uns bereitwillig den Raum zur Verfügung stellte und die Spieler während des Wettkampfs mit Getränken versorgte.
Auf unserer Seite fehlen mit den Internationalen Meistern Mateuta und Ardeleanu sowie mit Hannes Callam die Bretter 1, 2 und 4, was im Vorfeld für sehr gemischte Gefühle sorgt. Immerhin gelingt es, Gerhard Scheuermann zum Spielen zu überreden, obwohl er an diesem Wochenende einen Termin in Bonn hat und erst am Sonntagmorgen ins Saarland kommen kann. Als wir aber dann die Aufstellung der Gäste sehen, steigt unsere Stimmung merklich: Ohne IM Werner Beckemeyer, ohne die starken Franzosen Redwan Maatoug und Pascal Bentout, also ebenso stark ersatzgeschwächt wie wir. Schnell macht der Satz von „Not gegen Elend“ die Runde.
Wie zu erwarten entwickelt sich ein enges Match, in dem uns nach etwa 3 Stunden ausgerechnet Gerhard Scheuermann, wenn auch etwas glücklich, in Führung bringt. Damit endet für seinen Gegner Christoph Thiery eine bemerkenswerte Serie von zuletzt 12 Oberligapartien ohne Niederlage. Ausgleich durch Thomas Kurfess in einer verwickelten Partie gegen Dr. Stephan Busemann, in der ich eigentlich Stephan im Vorteil gesehen hatte. Es folgt ein Remis am Spitzenbrett zwischen Hendrik Tabatt und FM Georg Groß, das im Grunde jeder in Ordnung findet außer Hendrik, der noch lange nach dem Match darüber jammert, dass er schon wieder eine klar bessere Stellung „verblasen“ hat.
Saarlandmeister unter sich: Georg
Groß (Saarlandmeister 1983 und 1986) gegen Hendrik Tabatt
(Saarlandmeister 1998, 2006 und 2009)
Die vielleicht souveränste Leistung auf Schwarzenbacher Seite bietet Alexander Gress, der den starken Eric Etienne komplett überspielt. Auch wenn Alex nach der Partie durchaus einige Schönheitsfehler in seinem Spiel bemängelt, bleiben ein überzeugender Eindruck und eine überragende Saisonbilanz von 3 Punkten aus 3 Partien.
Zwischenstand 2,5:1,5, langsam kommt Hoffnung auf, sogar mehr als nur einen Punkt in Schwarzenbach beziehungsweise Jägersburg zu behalten. Der Ausgleich durch den ehemaligen Saarlandmeister FM Harald Wagner gegen Jörg Becker war vielleicht nicht nötig – Jörg hatte einen Bauern eingestellt, dafür aber recht gute Kompensation erhalten –, ändert aber nichts an unserem Optimismus. Die erneute Führung kann ich selbst realisieren, nachdem mein Gegner Andreas Hauer ein zwar leicht nachteiliges, aber verteidigungsfähiges Endspiel in Zeitnot verdirbt. Leider kippt dann erneut eine Partie zu unseren Ungunsten. Nach starkem Spiel hat Dr. Matthias Bureik gegen André Oberhofer beste Gewinnchancen im Endspiel, erlaubt André dann aber ein Dauerschach mit Turm und Springer. In der letzten Partie des Wettkampfs gelingt Saarbrücken der Ausgleich: Unsere leisen Hoffnungen auf ein Remis durch Dr. Jan Bürmann in einem Turmendspiel mit Minusbauern gegen Patrick Forthoffer erfüllen sich nicht.
Was bleibt ist ein Punkt – und viele philosophische Gespräche der Schwarzenbacher beim gemeinsamen Abendessen über vergebene Chancen, Pech und das unsaubere Gepatze in der Oberliga. Am nächsten Spieltag steht ein Auswärtsspiel in Landau auf dem Spielplan, und damit die erneute Frage, welche Mannschaft wohl weniger schlecht spielen wird.
Mario
Wie bereits im letzten
Bericht angekündigt hier die Fortsetzung meiner „Fehlerparade“, diesmal
anlässlich des Auswärtsspiels des SC Schwarzenbach beim Drittplazierten der
letzten Saison der Oberliga Südwest, dem SK Landau. Dass es schwer werden würde
war uns natürlich völlig klar, zumal mit Mateuta, Ardeleanu, Callam und Dr. Bürmann
vier Stammkräfte fehlten.
Bereits die Anreise erwies
sich als kompliziert. Durch den starken Schneefall am Sonntagmorgen kamen wir
etwas später weg als geplant, aber unter normalen Umständen hätte dies keine
weiteren Probleme mit sich gebracht. Leider kam eine größere Umleitung auf der
B10 hinzu, durch die uns die Gelegenheit geboten wurde, die Schönheiten des
verschneiten Pfälzer Waldes zu genießen. Solches ist besonders gut möglich,
wenn man hinter einem Auto mit Ulmer Kennzeichen hertuckert, das konsequent
eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 70 km/h einhält und bei jedem
entgegenkommenden Wagen auf 60 km/h abbremst. Für alle, die es noch nicht
wissen: In der OSW gilt eine Toleranzzeit von 30 Minuten bis zum Partieverlust,
und spätestens als das Navi in Matthias Bureiks Auto eine Ankunftszeit von
11.25 Uhr vorausberechnete, wurde ich leicht nervös.
Aber irgendwann ist ja
bekanntlich auch die längste Umleitung zu Ende, der Ulmer konnte überholt
werden und das Navi pendelte sich auf eine erträgliche Verspätung von ca. 5
Minuten ein. So weit, so gut. Wir erreichten also das Spiellokal kurz nach 11 –
und erfuhren vom Schiedsrichter als erstes, dass wir wegen verspäteter Abgabe
der Mannschaftsaufstellung eine Zeitstrafe von 20 Minuten pro Nase aufgebrummt
bekommen hatten. Dass unsere Chancen gegen die in Bestbesetzung aufgelaufenen
Landauer dadurch nicht wirklich stiegen, versteht sich von selbst.
Da stands noch 0:0. Der
Schwarzenbacher Vorsitzende Edgar Velten vor
dem Match
Blick in den Turnierraum
Aber zunächst lief alles
noch ganz passabel. Mein Gegner Björn Kopp konfrontierte mich mit einer
Nebenvariante, die ich trotz 20jähriger Erfahrung mit der Eröffnung noch nie
gesehen geschweige denn auf dem Brett gehabt hatte. So stellt man sich den 3.
Advent vor: Man sitzt mit 20 Minuten weniger auf der Uhr in Landau am Brett,
und der Gegner spielt a Tempo ein völlig unbekanntes System, das in einem
Qualitätsopfer kulminiert und ihm einen gedeckten Freibauern auf der 7. Reihe
(!!) einbringt. Das einzig Gute daran war, dass ich sowieso keine andere Möglichkeit
mehr hatte, als alles zu fressen und es mir zeigen zu lassen, nach dem Motto: „Wenn
er mich jetzt mattsetzt, ist es halt dumm gelaufen.“ Aber als mein Gegner dann
an seinem 13. Zug zum ersten Mal nachdachte – und zwar gleich 36 Minuten –
dämmerte es sogar meinem noch leicht verschlafenen Hirn, dass es wohl zumindest
nicht forciert Matt in 7 werden würde. Immerhin, man muss auch mit
Kleinigkeiten zufrieden sein. Dennoch blieb die Stellung alles andere als
leicht, und prompt schaffte ich es, im 14. Zug die Partie einzustellen. Björn
hätte nur einen nicht allzu schwer zu sehenden Turmzug finden müssen, und meine
Position wäre wohl zusammengebrochen. Doch stattdessen zog er eben jenen Turm
auf ein anderes Feld, ich konnte endlich daran gehen, meinen schlummernden
Damenflügel zu entwickeln, und als ich es dann sogar geschafft hatte, den
Bedenkzeitrückstand aufzuholen, bot ich Remis an – vermutlich mein bester Zug
an diesem Tag. Der Zeitpunkt erwies sich als goldrichtig – Björn war es
mittlerweile klar geworden, was für eine Chance er ausgelassen hatte. Er dachte
noch fast 20 Minuten kopfschüttelnd über die Stellung nach, bevor er,
mittlerweile mit nur noch 24 Minuten für die restlichen 25 Züge, das Remis
akzeptierte.
Fast zeitgleich endete Brett
8 mit dem gleichen Ergebnis. Dr. Stephan Busemann musste als Schwarzer ein
etwas schlechteres Endspiel mit Türmen und ungleichfarbigen Läufern gegen
Johannes Vogel verteidigen. Die Chancen lagen deutlich auf Seiten seines
Gegners, aber vielleicht gab es nie eine wirkliche Gewinnstellung, wie auch Johannes
in der Analyse konstatierte: „Schon blöd, wenn man alles sieht, aber einfach
nichts geht.“
„Nichts geht“. Analyse der
Partie Vogel-Busemann
Zu diesem Zeitpunkt war auch
klar, dass Alexander Gress seine imposante Siegesserie nicht würde fortsetzen
können. Während des Mittelspiels hatte er für einen Minusbauern glänzende
Kompensation, doch trotz höchster Zeitnot gelang es Matthias Lang, mit seinen
Schwerfiguren entscheidend in Alex’ Stellung einzudringen, was Matt oder
Damenverlust zur Folge hatte.
Da war wohl mehr drin:
Analyse der Partie Gress-Lang
Zumal Brett 7 nach der
Zeitkontrolle keine realistischen Gewinnchancen mehr bot. Ulrich Wolf hatte
gewohnt kreativ gegen Gerhard Silber angegriffen und für einen Bauern die
Qualität gewonnen, doch zu einem Sieg reichte es nicht. Ulles forcierte
Abwicklung sicherte ihm ein problemloses Dauerschach, aber an einen vollen
Punkt war angesichts einer eigenen schwachen Königsstellung nicht zu denken.
Blieb noch die Partie von Dr.
Matthias Bureik, die symptomatisch für Matthias’ bisherigen Saisonverlauf
werden sollte. Aktives Spiel, deutlicher Zeitvorteil gegen Yannick Leuranguer,
der die letzten Züge vor der Zeitkontrolle im Bereich von ca. 20 Sekunden
absolvieren musste. Dramatik, eine Zuschauertraube ums Brett, auf dem Yannick
die letzten Züge herunterhackte. Als das Blättchen fiel, musste zunächst rekonstruiert
werden, ob die 40 Züge absolviert worden waren. Als dies festgestellt wurde,
konnte die Partie wieder aufgenommen werden – mittlerweile mit einem
Minusbauern aus Sicht von Matthias. Es folgte zunächst ein sicher haltbares
Endspiel mit Turm, Läufer und Bauer gegen Turm, Springer und 2 Bauern, das
schließlich in ein ebenso haltbares Endspiel Turm gegen Turm und Springer
einmündete – in welchem Matthias dann den Turm einstellte.
Ruhe vor dem Sturm. Matthias
Bureik und Yannick Leuranguer vor ihrer dramatischen Partie
Mario
„Halbgutes Ergebnis“ beim
Abstiegskrimi
Genug der Vorrede, hinein in
die 5. Runde der genannten Oberliga, in den Wettkampf Caissa Schwarzenbach
gegen SF Heidesheim. Im Vorjahr hatten wir auswärts eine ebenso verdiente wie
schmerzhafte 2,5:5,5-Niederlage einstecken müssen, doch diesmal schienen die
Vorzeichen günstiger. Zwar mussten wir auf Gerhard Scheuermann verzichten, doch
bei unseren Gästen fehlten gleich zwei Stammkräfte, darunter mit Evgenij
Nesterov auch der Spitzenspieler.
Als erstes endete die Partie
am ersten Brett. Als IM Alin Ardeleanu gegen Dirk Loef vor der Entscheidung
stand, ein sicheres Remis oder unübersehbare Komplikationen anzustreben, wählte
er die Sicherheitsvariante und die Punkteteilung.
Etwas mehr versprochen
hatten wir uns von der Partie Hendrik Tabatt – Andreas Haasler, in der Hendrik
ein Leichtfigurenendspiel mit Mehrbauer erhielt, es aber nicht zum Sieg führen
konnte und sich dafür im Nachhinein selbst mit einigen Kraftausdrücken
bedachte.
2:2, alles offen.
Dann ein erster kleiner
Hoffnungsschimmer: Remis in der Partie Klein-Becker. 2,5:2,5, aber was hilft
das, wenn Matthias nicht gewinnt? Aber Matthias behält die Nerven. Nach 4 sehr
unglücklichen Partien platzt der Knoten bei ihm genau im richtigen Moment. Auch
wenn unsere Führung nur wenige Augenblicke Bestand hat – Hannes muss sein
Endspiel trotz aller Bemühungen aufgeben – sollte doch nun wenigstens ein 4:4
möglich sein. Wir sind uns schon seit geraumer Zeit einig, dass Jan durch Opfer
seiner beiden Leichtfiguren gegen die gegnerischen Bauern ein Endspiel König
plus 2 Springer gegen König herbeiführen kann, in dem die stärkere Seite
bekanntlich nicht mattsetzen kann, wenn der Verteidiger korrekt spielt. Also
müsste Jan doch nur die Bauern vernichten und dann auf Remis reklamieren.
Vermutlich würde der Schiedsrichter noch ein paar Züge weiterspielen lassen, um
zu sehen, dass Jan sich richtig verteidigt, und dann auf Punkteteilung
erkennen. Und so kommt es auch: Jan opfert seine Figuren und – reklamiert
nicht! Wir können es nicht fassen! Jans Bedenkzeit ist mittlerweile unter einer
Minute, und wenn sie abgelaufen ist, bedeutet dies Partieverlust. Als nur noch
Sekunden bleiben, erlöst uns Helmut Kalepky, indem er Jans König in der Ecke
patt setzt.
Dramatisches Ende eines
dramatischen Kampfs, in dem die Gäste aus Heidesheim dem Sieg etwas näher waren
als wir. Wegen einer starken kämpferischen Leistung ist der Punkt für Caissa
Schwarzenbach dennoch nicht unverdient. Das 4:4 bringt beide Mannschaften im
Abstiegskampf nicht entscheidend weiter, lässt aber beiden noch alle Chancen.
Kein sehr gutes Ergebnis also für Heidesheim und Schwarzenbach, aber immerhin
ein „halbgutes“, wie Helmut Kalepky treffend mit Hinblick auf seine eigene
Partie meinte. In der kommenden Runde steht für uns eine schwere
Auswärtsaufgabe in Ludwigshafen an.
Mario
Ohne 3 Stammspieler (IM Mateuta,
Callam und Dr. Bureik), und daher nur gedämpft optimistisch, traten wir am 6.
Spieltag die Fahrt nach Ludwigshafen an. Auch wenn wir in der Vergangenheit
meist gut gegen den SKL ausgesehen hatten (gibt es im Schach so etwas wie
„Angstgegner“?), sprachen die Wertungszahlen an den meisten Brettern für die
Gastgeber.
Jörg Becker und Alexander
Gress vor dem Wettkampf im Vorraum des schönen Ludwigshafener Schachheims
Zunächst liefen die Partien
jedoch gut für uns. Alex Gress überzeugte seinen deutlich höher eingeschätzten
Gegner FM Jochen Bruch schon bald nach der Eröffnungsphase, dass es klüger
wäre, sein Remisangebot anzunehmen. Dann brachte uns Hendrik Tabatt gegen Andreas
Lambert in einer kuriosen Partie in Führung. Sein Gegner hatte die Eröffnung
durch einen Fingerfehler verpatzt, Hendrik opferte eine Figur, hatte dabei aber
eine starke Riposte seines Gegners übersehen – die allerdings auch Lambert
nicht sah, so dass die Kombination aufging.
Beginn einer kuriosen
Partie: Lambert-Tabatt
Ausgleich für Ludwigshafen
durch Dr. Andreas Gypser, nachdem Dr. Jan Bürmann in guter Stellung durch ein
Fesselungsmotiv eine Figur verlor.
Bretter 5 (Bürmann-Gypser)
und 6 (Bruch-Gress)
Erneute Führung für
Schwarzenbach durch Gerhard Scheuermann, dessen Gegner Roland Simon die
Eröffnung kreativ, aber wohl nicht ganz korrekt behandelt und in der Folge
einen Bauern einbüßt hatte. Erneuter Ausgleich durch Andreas Erdmann, der gegen
Jörg Becker bereits nach der Eröffnung eine gute Stellung erreicht hatte und
diese nicht mehr aus der Hand gab. Zu diesem Zeitpunkt stellte auch IM Alin
Ardeleanu am Spitzenbrett seine Gewinnversuche gegen Stephan Johann ein und
fügte sich in eine Punktteilung.
Das 4:3 gelang mir selbst.
Nach der Eröffnung hatte ich eine bequeme Stellung mit Raumvorteil erreicht, so
dass sich mein Gegner Hermann Krieger veranlasst sah, bei der ersten sich
bietenden Gelegenheit durch einen riskanten Bauernzug am Königsflügel
Gegenspiel einzuleiten. Dieses Manöver schwächte allerdings die eigene
Königsstellung bedenklich, was mir in der Folge verschiedene taktische Chancen
eröffnete – die ich alle konsequent übersah (O-Ton Hendrik Tabatt: „Wir hätten
dich erwürgt, wenn du das nicht gewonnen hättest!“ – Gott sei Dank war mir
während der Partie die drohende Lebensgefahr nicht bewusst…). In beiderseitiger
Zeitnot gelang mir dann ein ansprechendes Läufer-Scheinopfer, das die Partie
sofort beendete.

37.Lxf5! 1:0
Mit diesem 4:4 traten wir
zufrieden die Heinreise an. Diese positive Stimmung hielt genau so lange an,
bis wir die Ergebnisse der übrigen Wettkämpfe erfuhren: Mit Frankenthal
(4,5:3,5 gegen Mutterstadt) und Gambit Saarbrücken (6:2 gegen den –
mittlerweile ehemaligen – Aufstiegsfavoriten Koblenz) siegten zwei Mannschaften
aus dem Tabellenkeller. Als Folge fielen wir trotz des Unentschieden in
Ludwigshafen vom 6. auf den 8. Tabellenplatz zurück. Der Abstiegskampf geht
weiter.