Herbert Bastian
Saarländische Einzelmeisterschaft 2010


1.-3. Spieltag - 26.-28. März 2010

SEM 2010 – Ein Zwischenbericht nach 3 Runden

Ein Drittel der diesjährigen Saarländischen Einzelmeisterschaft ist gespielt, und es wird Zeit für einen ersten Zwischenbericht. Einige Tendenzen sind mittlerweile zu erkennen, aber Vieles ist natürlich noch offen – was dem Berichterstatter reichlich Raum 
für Spekulationen gibt…

„Die Teilnehmerzahl ist deutlich rückläufig. … Was die Qualität angeht, so kann man natürlich über das Fehlen diverser Spitzenspieler jammern, aber das erscheint mir müßig. Der Trend, dass sich viele der besten Spieler von der SEM zurückziehen, dauert seit etlichen Jahren an.“

So begann mein Bericht über die SEM des vergangenen Jahres in Schiffweiler. Seitdem sind 12 Monate vergangen, mein Verein, der SC Caissa Schwarzenbach, bemühte sich nach Kräften um die professionelle Ausrichtung der SEM und viele Hebel wurden in Bewegung gesetzt (in diesem Zusammenhang muss den zahlreichen Helfern gedankt werden, die unendlich viel Zeit und Kraft für diese Saarlandmeisterschaft investierten). Als Spielort wurde die Aula des Homburger Gymnasiums „Johanneum“ gewonnen, ein ausnehmend schöner Spielort, dessen Anordnung der verschiedenen Turniere auf mehreren Ebenen dem Kongress ein besonderes Flair gibt. Und wie jedes Jahr ist dieses Turnier eine Gelegenheit, Schachspieler aus dem ganzen Saarland zu treffen, die man ansonsten kaum zu sehen bekommt, Neuigkeiten auszutauschen und über Dinge zu diskutieren, über die man sich ansonsten allenfalls im „Saarschach-Forum“ aufregen könnte.

Aula Johanneum 1

Aula Johanneum 2

Aus Sicht des Schiedsrichters

Aber um auf die Minuspunkte aus dem vergangenen Jahr zurückzukommen: Alles wie gehabt. 2009 nahmen 206 Schachfreunde teil, dieses Jahr sind es lediglich 165. Liegt Homburg den saarländischen Schachfreunden zu „entlegen“, zu sehr am östlichen Rand? Bei den bescheidenen Ausmaßen unseres Bundeslandes ist dies in meinen Augen kein gutes Argument.

Was ebenso erschreckend ist wie die fehlende Quantität ist die fehlende Qualität des Meister-A-Turniers. In Schiffweiler nahmen immerhin noch 3 Spieler mit einer DWZ über 2200 teil, dazu ebenso viele Spieler über 2100. Nicht toll, aber immerhin ein Feld, das einigermaßen die Bezeichnung „Meister-A-Turnier“ verdiente. Und dieses Jahr? Angesichts der Namen, die vor dem Turnier gehandelt wurden – Stephan Becking, Frank Meyer, Georg Groß, Alex Hort und einige andere – konnte ich es kaum fassen, als ich die Startliste sah. Die „unvermeidlichen“ Herbert Bastian (SVG Saarbrücken) und Hendrik Tabatt (Schwarzenbach), dazu der Saarbrücker Bundesligaspieler Dr. Christian Vogel. Das wars an Spielern über 2100 DWZ. Unfassbar! Und auch im Bereich zwischen 2000 und 2100 fehlen bedauerlicherweise Spieler, die in den letzten Jahren Stammgäste des Turniers gewesen sind. Durch den krankheitsbedingten Ausfall der Siersburger Nachwuchshoffnung Achim Wild wurde ein Platz im MAT frei, der an mich vergeben wurde. So schön es für mich persönlich ist, unerwartet wieder die Chance zu haben, im MAT mitzuspielen, sagt es alles über die Qualität der saarländischen Meisterturniere, dass ein Spieler mit einer DWZ von 1951 ins MAT rutscht, weil es einfach keinen höher gewerteten Nachrücker gibt.

Besonders bedauerlich ist, dass der eine oder andere der Ferngebliebenen einem attraktiveren Open den Vorzug vor der SEM gibt. Dies ist einerseits verständlich, andererseits aber sollte man von Seiten des SSV versuchen, diesem Trend entgegenzuwirken. Ich glaube kaum, dass dies durch eine Elo-Auswertung der Meisterturniere geschehen kann, wie teilweise im „Saarschach-Forum“ gefordert, denn wenn man Bedenken hat, in einem schwach besetzen MAT die DWZ zu verderben kann es kaum ein Argument für eine Teilnahme sein, dass man sich gleichzeitig auch noch die Elo verderben kann J.

Nach 3 Runden im diesjährigen MAT sieht Vieles nach dem 20. Meistertitel von Herbert Bastian aus, der nicht nur seine drei ersten Partien gegen Jörg Vogel, Manfred Hell und Thomas Becker gewinnen konnte, sondern auch – mit Ausnahme eines leichten Wacklers gegen Hell – einen sehr souveränen Eindruck hinterlies. Was aber noch wichtiger ist: Die Konkurrenten haben samt und sonders schon reichlich Federn gelassen. Besonders Hendrik Tabatt kam nicht gut in das Turnier. In der ersten Runde erregten die wilden Verwicklungen in seiner Partie gegen Manfred Hell, bei denen auf beiden Seiten diverse Steine hingen, großes Aufsehen bei den Kiebitzen, aber am Ende ging Manfred mit einer Mehrfigur aus den Komplikationen hervor und führte die Partie danach problemlos zum Sieg. Nach einem ansprechenden Angriffssieg in der 2. Runde gegen Jörg Vogel ließ Hendrik dann gegen einen weiteren Winterbacher, den letztjährigen Vizemeister Hanno Spengler, einen weiteren halben Punkt liegen. 1,5 Zähler Rückstand auf Herbert ist sehr viel – ich weiß genau, dass Herbert mir heftig widersprechen würde, aber ich persönlich denke, es ist schon zu viel.

Im MBT spielen erfreulicherweise die Nachwuchskräfte bislang eine sehr gute Rolle und setzen den erfahrenen Spielern ordentlich zu. Alleiniger Spitzenreiter ist Frederik Fries (Bliestal) mit 3 Punkten, gefolgt von Marco Sgarlata (SVG Saarbrücken) mit 2,5. Zum großen Pulk der Teilnehmer mit 2 Punkten zählen mit Denis Müller (Wadgassen-Differten), Carsten Becker (Schwalbach), Michael Meiser (Heusweiler), Daniel Fernschild (Ostertal) und Hans-Ulrich Barmbold (Bexbach) weitere Spieler der jüngeren Generation.

Und auch in den offenen Turnieren klären sich langsam die Fronten. Mit Michael Schera (SVG Saarbrücken) haben wir einen alleinig Führenden im A-Turnier, in den Turnieren B und D sind mit Mike Hübschen (Eppelborn) und Daniel Kovacs (Püttlingen) bzw. Dany Heim (GEMA St. Ingbert) und Philipp Wolsdorfer (Völklingen) jeweils 2 Spieler punktgleich an der Spitzen. Ein besonders spannendes Rennen bahnt sich im C-Turnier an, wo kein Teilnehmer mehr eine weiße Weste vorweisen kann und sogar 5 Spieler mit jeweils 2,5 Zählern an der Spitzen stehen.

Noch ein Blick ins Seniorenturnier. Hier kam Titelverteidiger Fritz Klicker (Riegelsberg) schwer in Tritt und liegt mit 1,5 Punkten momentan im Mittelfeld. Auch DWZ-Favorit Günther Seyffer (GEMA St. Ingbert) kassierte in der 3. Runde eine Niederlage. An der Spitzen steht zur Zeit Werner Bauer (SVG Saarbrücken) mit 3 Punkten vor Klaus Fess (Schwarzenbach) und Alois Becker (Bliestal) mit jeweils 2,5.

 

Mario

 

Noch einige Impressionen rund ums Turnier:

 

Eröffnung des Turniers durch den Schwarzenbacher Vorsitzenden Edgar Velten

 

 Wie schon bei vergangenen Kongressen ein souveräner Leiter: Schiedsrichter Michael Weber

 

Einer der beiden Analyseräume

 
Die Helfer in der Küche

 

Vor Beginn der 2. Runde im MAT

 

Jörg Becker wirkt vor seiner Partie gegen Jens Barmbold noch etwas verschlafen …

 

… während Jens Barmbold das Mineralwasser schon die nötige Frische verleiht

 

Meister B-Turnier

 

Auf der obersten Ebene findet das D-Turnier statt

Galaktisches Schach wurde – trotz der Dekoration der Aula – nicht immer gespielt 

Mario


4. Spieltag - 29. März 2010

SEM die Vierte

Im MAT zieht Herbert Bastian weiter seine Kreise. Auch in der Schwarzpartie gegen Hanno Spengler (Winterbach) bleibt er erfolgreich, obwohl das Endspiel trotz Mehrbauer für Bastian von den Kiebitzen mehrheitlich als Remis eingeschätzt wird – vielleicht Wunschdenken derjenigen, die auf etwas Spannung im Kampf um die Meisterschaft hoffen.

  

Hanno Spengler gegen Herbert Bastian

Das Feld folgt nach wie vor mit großem Abstand. In den Verfolgerduellen SVG Saarbrücken gegen Schwarzenbach blieben jeweils die Spieler des Gastgebers erfolgreich. Dr. Stephan Busemann kann ein vorteilhaftes Schwerfigurenendspiel gegen Martin Schmidt gewinnen (nachdem er zuvor einen „einfachen“ Gewinn ausgelassen hatte), mir gelingt ein etwas glücklicher Sieg in einer zeitweilig deutlich schlechter stehenden Partie gegen Dr. Christian Vogel. Hinter diesen beiden Spielern mit 3 Punkten folgt eine Gruppe mit 2,5, zu der nach seinem heutigen Sieg gegen Alexander Fuchs (Püttlingen) auch Hendrik Tabatt gehört.

Das MBT sieht weiterhin Frederik Fries (Bliestal) mit 3,5 Zählern in Front, der sich heute von Marco Sgarlata (SVG Saarbrücken) remis trennt.

 Frederik Fries in seiner Schwarzpartie gegen Marco Sgarlata

Dies gibt 4 weiteren Spielern die Gelegenheit, mit jeweils 3 Punkten zu Sgarlata aufzuschließen: Jugendsaarlandmeister Denis Müller (Wadgassen-Differten), Thomas Deutsch (GEMA St. Ingbert), Daniel Fernschild (Ostertal) und Thierry Laufer (Siersburg), kurioserweise alle vier durch Schwarzsiege.

Im Seniorenturnier geht es weiterhin eng zu. Werner Bauer (SVG Saarbrücken) behauptet durch ein Remis gegen Klaus Fess (Schwarzenbach) seinen knappen Vorsprung, doch kommen mit Günther Seyffer (GEMA St. Ingbert) und Heinz Wirtz (Gambit Saarbrücken) zwei Spieler aus dem Verfolgerfeld zu Siegen und rangieren nun mit 3 Punkten nur einen halben Zähler hinter Bauer.

Spitzenpartie Fess-Bauer

 
Zuletzt die Quizfrage des Tages:

Was will uns der Sprudelkasten neben dem Brett von Hendrik Tabatt sagen?

Antwort A: „Mann, hab ich einen Durst, da trink ich sogar Wasser!“

Antwort B: „Ich spiel diese Woche echt wie Flasche leer!“

 

Mario

 

5. Spieltag - 30. März 2010

Früher, als alles noch besser (oder zumindest anders) war…

Die SEM ist auch immer eine Gelegenheit, alte Bekannte zu treffen, die man schon ewig nicht mehr gesehen hat, und die vielleicht gar kein Schach mehr spielen. Nachdem mir in den letzten Tagen mehrfach mein alter Mannschaftskamerad Gennadi Merissow über den Weg gelaufen ist, besuchten heute mit Tim Biehl und Katharina Kunz zwei ehemalige Schachschüler von mir (Tim trainierte ich längere Zeit im Verein, Katharina mehrfach bei Kaderlehrgängen) das Turnier. Wenn man dann sieht, dass beide mittlerweile mit ihrem Studium fertig oder fast fertig sind, erinnert man sich daran, dass man eigentlich selbst schon verdammt alt ist.

Und wenn ich schon in Erinnerungen schwelge: 2003 fand die SEM in Völklingen statt. Die Meisterturniere wurden noch als Rundenturniere ausgetragen, es gab noch 2 Meister-Vor-Turniere, ich patzte mich in einem der MBTs durchs Leben und dem anderen siegte am Ende ein kleiner Junge mit Namen Ronny Müller, der mittlerweile ein recht passabler Schachspieler geworden ist. Es war just in diesem Jahr 2003, als zum letzten Mal ein Spieler im MAT mit 5 Punkten aus 5 Runden startete: Herbert Bastian, damals noch kein IM. Am Ende wurde es das Rekordergebnis von 8,5 Punkten und der Rekordvorsprung von 2,5 Punkten auf den Vizemeister.

Ob sich dieses Resultat wiederholen wird, weiß ich natürlich nicht, und Herbert erklärte mir vor seiner gestrigen Partie gegen Dr. Stephan Busemann, er sei eigentlich krank und habe schon in zwei Partien gewackelt. Nun ja, dafür ist sein Ergebnis bislang ja noch einigermaßen erträglich. Gegen Stephan kam er mit den schwarzen Steinen zu seinem fünften Sieg und hat nun bereits 1,5 Punkte Vorsprung auf die Verfolger.

 

Spitzenpartie Busemann-Bastian

Zu diesen gehört immer noch nicht Hendrik Tabatt, der mit einem Remis gegen den Vereinskameraden Jörg Becker wohl auch die letzten theoretischen Chancen auf die Titelverteidigung ad acta legen musste. Er befindet sich nun mit 3 Punkten im dichten Verfolgerfeld und kann natürlich bei einem guten Endspurt noch aufs „Treppchen“ kommen, aber ganz sicher nicht mehr nach dem Titel greifen.

Meine eigene Partie geriet zu einer stundenlangen Verteidigungsschlacht gegen Thomas Becker, nachdem ich die Eröffnung übelst in den Sand gesetzt hatte. Immerhin gelang es mir, aus einem verlorenen Mittelspiel in ein Leichtfigurenendspiel zu entkommen, das angesichts des gegnerischen Mehrbauern und des gegnerischen Läuferpaars allerdings ebenfalls verloren war. Auf irgendwelche wundersame Weisen gelang es mir dann, doch noch Remis zu halten. Als Belohnung darf ich in der kommenden Runde mit den schwarzen Figuren gegen Hendrik spielen …

Im MBT geht es langsam in die entscheidende Phase, und wie bereits mehrfach geschrieben, sind es hier die jüngeren Spieler, die die Akzente setzen. Frederik Fries (4,5 Punkte) vor Marco Sgarlata und Denis Müller (4,0), dahinter Rick Frischmann aus Riegelsberg (3,5), der nach schlechtem Start mit 3 Siegen in Folge mächtig in Fahrt gekommen ist.

Im A-Turnier verlor Spitzenreiter Michael Schera (SVG Saarbrücken) gestern seine Partie gegen Rainer Maurer (Schwalbach). Die Gunst der Stunde nutzte Alexander Schreck (Jägersburg), der durch einen Schwarzsieg zu den beiden Führenden aufschließen konnte. Auch im C- und D-Turnier stehen jeweils 3 Spieler/innen mit 4 Punkten an der Spitze, während im B-Turnier Daniel Kovacs (Püttlingen) bislang noch nichts abgab und bereits 1,5 Punkte Vorsprung auf die Verfolger aufweist. Im Seniorenturnier konnte Werner Bauer (SVG Saarbrücken) seine gestrige Partie gegen Heinz Wirtz (Gambit Saarbrücken) für sich entscheiden und steuert mit 4,5 Punkten und einem vollen Zähler Vorsprung auf den Meistertitel zu.

Tabellenführer Werner Bauer in seiner Partie gegen Heinz Wirtz

  

Mario


6. Spieltag - 31. März 2010

Zeit der Spitzenspiele

In der Fussballbundesliga ist in diesen Wochen die Zeit der Spitzenspiele angebrochen, und die Fans von Schalke, Bayern und Leverkusen fiebern den direkten Duellen der Meisterschaftsaspiranten entgegen. Und auch in der SEM kommen nun die Runden, in denen sich Auf- und Abstieg und die Meisterschaft entscheiden wird.

Im MAT ist es doch noch einmal spannend geworden. Hendrik Tabatt besiegte mich in einer unspektakulären Kurzpartie, die ich durch Einstellen der Dame noch wesentlich abkürzte, zur gleichen Zeit sorgte der Saarlandmeister des Jahres 2000, Jens Barmbold, durch einen Schwarzsieg gegen Herbert Bastian dafür, dass nun im MAT plötzlich 3 Spieler wieder um den Titel kämpfen können. Herbert hat mit 5 Punkten noch immer die besten Karten, aber Jens (4,5) und Hendrik (4) sind mittlerweile in Reichweite. In der 7. Runde wird es zum Showdown Bastian-Tabatt kommen, danach mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch noch zu einer Partie zwischen Jens und Hendrik.

Im MBT ist Rick Frischmann eindeutig der Spieler der Stunde. Gegen Marco Sgarlata gewinnt er mit Schwarz seine 4. Partie in Folge und belegt mittlerweile mit 4,5 Punkten den geteilten 2. Platz. Ebenfalls auf 4,5 Zähler kommt Denis Müller, der sich in der 6. Runde von Spitzenreiter Frederik Fries mit einem Remis trennt. In der 7. Runde wird es zur Partie Frischmann-Fries kommen, und man muss kein Prophet sein um sagen zu können, dass der Sieger dieser Partie im kommenden Jahr im MAT spielen wird.

 

Mario


7. Spieltag - 1. April 2010 

Die Stunde der Wahrheit

Herbert Bastian gegen Hendrik Tabatt – soweit ich weiß, gab es diese Partie bislang 12 Mal, die Bilanz ist eindeutig: 6:2 für Herbert bei 4 Remis. Eines der Remis wurde in einem Oberligawettkampf gespielt, die übrigen 11 Partien bei Saarland- oder Deutschen Meisterschaften. Und obwohl das 6:2 so deutlich aussieht, ist ein interessantes Detail, dass Herbert meistens nicht Saarlandmeister wurde, wenn er gegen Hendrik nicht gewann.

Wie aus meinen vorherigen Berichten hervorgeht, war für mich persönlich das MAT schon nach 3 Runden zu Gunsten von Herbert entschieden, aber Jens Barmbold brachte durch seinen Sieg gegen den Rekordmeister in der 6. Runde wieder etwas Spannung in die Meisterschaft. Allerdings hielt diese Spannung nur eine Runde. Gestern endeten beide Spitzenpartien im MAT remis. Jens Barmbold kam gegen Dr. Christian Vogel mit den weißen Steinen zu keinem nennenswerten Vorteil, in Bastian-Tabatt versuchte der Schwarzenbacher Spitzenspieler ohne besonderen Erfolg, mit den schwarzen Figuren die Stellung spannend zu gestalten. In einem Turmendspiel besaß Hendrik zwar einen Mehrbauern, aber auch diese Konstellation bot keine wirklichen Siegchancen.

Sollte Herbert in der heutigen 8. Runde nicht ausgerechnet gegen seinen Vereinskameraden Martin Schmidt einen Zähler liegen lassen, wäre er wohl schon vor der letzten Runde faktisch Turniersieger. Die Partie Tabatt-Barmbold ist ein „Endspiel“ um die Vizemeisterschaft, wobei Hendrik zwar den Vorteil der weißen Steine, Jens aber einen halben Zähler mehr in der Tabelle besitzt.

Im MBT wechselte die Führung. Frederik Fries verlor gestern gegen Rick Frischmann. Nachdem er sich nach phantasievoller Eröffnungsbehandlung seines Gegners gerade wieder konsolidiert hatte, erwies sich das Schlagen eines zweiten Bauern als zu riskant. Da Denis Müller (gegen Thomas Deutsch) und Hans-Ulrich Barmbold (gegen Marco Sgarlata) voll punkten konnten, ergibt sich hier eine äußerst spannende Konstellation für die beiden letzten Runden. Die Spitzenpaarungen lauten Frischmann (5,5) – Müller (5,5) und Fries (5) – Barmbold (5), mit Daniel Fernschild liegt ein Spieler mit 4,5 Punkten noch in Lauerstellung.

Nach 7 Runden darf man auch dem ersten Teilnehmer zum Aufstieg gratulieren. Daniel Kovacs aus Püttlingen konnte im B-Turnier auch seine 7. Partie in Folge gewinnen. Zum Turniersieg fehlt noch ein halber Punkt, aber der Aufstieg ist damit unter Dach und Fach.

Im Seniorenturnier erlaubte sich Tabellenführer Werner Bauer gestern ein Weißremis gegen Alfred Wolf (Bliestal), was seinen Vorsprung auf einen halben Punkt schrumpfen ließ. Für die Meisterschaft kommt neben Bauer nur noch Günther Seyffer (GEMA St. Ingbert) in Frage, alle anderen Teilnehmer sind bereits deutlich distanziert.

 

Mario



 







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