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Runden sind bei der
nunmehr siebten Auflage des traditionellen Weihnachtsopen gespielt, das
der
unermüdliche Schachfanatiker Franz-Josef Becking in der Zeit zwischen
Weihnachten und Neujahr in Schwalbach veranstaltet. In A- und B-Gruppe
kämpfen
insgesamt 106 Spieler, und alles in allem sind zur Halbzeit die
Favoriten
vorne, doch bleiben Überraschungen bei einem solchen Open natürlich
nicht aus –
2009 gab es sie besonders reichlich.
Smalltalk vor der 1. Runde
Bereits
die Auftaktrunde
verläuft ungewöhnlich. Wenn im Schweizer System die erste Hälfte der
Setzliste
gegen die zweite gelost wird, sollte man annehmen, dass die
Spielstärkeunterschiede in aller Regel so deutlich zu Gunsten des
Stärkeren
ausfallen, dass das Ergebnis eindeutig ist. Sollte man annehmen … Und
die
Praxis? Die Nr. 2 der Setzliste, der polnische IM Henryk Dobosz, kommt
gegen
Sven Hagemann (Salzgitter) genauso wenig über ein Remis hinaus wie die
Ranglistennummer
5, Dr. Christian Vogel (SVG Saarbrücken), gegen Hagemanns
Vereinskameraden Olaf
Langenfeld.
2.
Runde
Teil
1 einer Doppelrunde,
und die Überraschungen gehen weiter. Kann sich der elostärkste Spieler
des
Feldes, IM Fred Berend aus Luxemburg, noch mit größter Mühe gegen
Dominik Faas (Püttlingen)
durchsetzen, erwischt es die saarländischen Spitzenspieler reihenweise
gegen
starke Nachwuchskräfte: Niederlage von Pascal Bentout (Gambit
Saarbrücken) gegen
Frederik Fries (Bliestal), Niederlage von Jörg Becker (Schwarzenbach)
gegen
Rick Frischmann (Riegelsberg), Remis von Ronny Müller (SVG Saarbrücken)
gegen
Carsten Becker (Schwalbach).
3.
Runde
Nach
der Mittagspause wird
die Doppelrunde fortgesetzt, die zur Abwechselung relativ normale
Ergebnisse
bringt. Der aktuelle saarländische Jugendmeister Rick Frischmann
bestätigt
seine hervorragende Form durch einen Sieg gegen den Schwarzenbacher
Oberligaspieler Ulrich Wolf und belegt sensationell Platz 1-3 der
Tabelle
zusammen mit IM Berend und dem dreifachen Saarlandmeister Hendrik
Tabatt
(Schwarzenbach).
4.
Runde
Die
absolute Spitzenpaarung
lautet Hendrik Tabatt (Sieger des Weihnachtsturniers 2008) gegen Fred
Berend
(Sieger des Weihnachtsturniers 2007, nachdem er die Schlüsselpartie
gegen
Hendrik gewinnen konnte, vgl. auch die Analyse auf der Homepage von
Gambit
Saarbrücken, http://www.gambit89.de/django89/turniere/schwalbach2007/tabatt.html).
Diesmal verläuft alles ohne allzu viel Blutvergießen: Hendrik opfert
vorübergehend einen Bauern, den er aber relativ bald zurückbekommt. Ein
Remisangebot Hendriks wird zunächst noch abgelehnt, aber schließlich
kommt doch
die Punkteteilung zustande, die beiden alle Chancen lässt.
Partie Tabatt-Berend
Zur
gleichen Zeit kann ich
die Schwarzenbacher Bilanz gegen Rick Frischmann auf etwas weniger
grausame
„eins aus drei“ verbessern. In einer sehr positionell angelegten Partie
(mein
Mannschaftskamerad Alexander Gress lästert scherzhaft über meine
totlangweilige
Spielerei) gelingt es mir schließlich, ein Endspiel mit besserer
Leichtfigur
zum Sieg zu führen (Rybka, die allwissende Blechmaschine, zeigte mir zu
Hause
natürlich mit breitem Grinsen, dass meine Stellung in Wirklichkeit viel
weniger
gewonnen war als wir beide dachten). Zu meiner eigenen Überraschung
belege ich
damit nach 4 Runden den geteilten ersten Platz zusammen mit Berend,
Tabatt und
Ronny Müller, der mit Schwarz Hans Jürgen Alt (Riegelsberg) besiegen
kann. Aber
noch ist alles offen, denn hinter diesem Quartett folgt eine größere
Gruppe mit
3 Punkten.
Partie Alt-Müller
Ein
Blick ins B-Turnier, wo
mit Maximilian Zibert (Trier) der einzige Teilnehmer der Veranstaltung
mit
„reiner Weste“, sprich 4 Punkten aus 4 Partien, zu finden ist. Mit
Achim Trumm
(Schwarzenbach), Reinhard Klein (Altstadt) und Pawel Kunz (Sulzbach)
folgen 3
Spieler mit 3,5 Zählern.